Strom für Baruth

Basis für das Energieprojekt Baruth ist der Bau eines Windparks im Forst nördlich des Baruther Ortsteils Mückendorf. naturwind und Classen planen dort gemeinsam den Bau von Windenergieanlagen für die regionale Versorgung von Industrie und Haushalten mit Windstrom. naturwind agiert dabei als Projektentwickler und informiert auf seiner Website zu weiteren Details zum Windpark. 

Fragen und Antworten zur Windenergie

Wie viele Windenergieanlagen werden gebaut?

Das lässt sich heute noch nicht genau sagen. In ein Gebiet dieser Größe, wie das im Forst nördlich von Mückendorf, passen theoretisch bis zu 32 Windenergieanlagen der 6 bis 7 MW-Klasse. Ergebnis unserer bisherigen Umweltprüfungen ist jedoch, dass naturschutzfachliche und technische Belange die Zahl der Anlagen reduzieren. In der ersten Phase planen wir zunächst 24 Windenergieanlagen. Für weitere Anlagen wären zusätzliche vertiefende Umweltprüfungen nötig.

Für den Bau des Windparks wird nur ein kleiner Teil des Waldes gerodet – pro Windrad rund 0,6 Hektar. Das ist weniger als ein Fußballfeld. Mehr als die Hälfte der Fläche wird nur temporär benötigt und kann nach dem Bau unmittelbar wieder aufgeforstet werden. Zudem werden als Ausgleich für die Fällmaßnahmen neue Bäume in der Region gepflanzt. Für jeden Hektar Wald, der entnommen wird, entsteht an anderer Stelle neuer Wald. Auf Wunsch der Stadt Baruth und in Absprache mit der Genehmigungsbehörde könnten die Wiederaufforstungsmaßnahmen auch im Stadtgebiet erfolgen.

Allein für die Sicherstellung der Energieversorgung für das Classen-Werk sind rund 19 Windenergieanlagen nötig. Um alle Unternehmen im Industriegebiet zu versorgen, einschließlich der geplanten Wasserstoffproduktion, wären weitere regionale Erzeugungsanlagen erforderlich. Wir planen in Baruth aber keine weiteren Windparks. 

Die Stadt Baruth hat die Ausweisung eines B-Plangebietes für den Windpark Mückendorf an die Umsetzung eines Wärmenetzes für Baruth und Mückendorf gekoppelt. Zudem wird Strom aus dem Windpark zur Sicherstellung der Wärmeversorgung benötigt. Die Temperatur der industriellen Abwärme muss von 50 Grad Celsius auf etwa 80 bis 90 Grad angehoben werden. Dies erreichen wir mit einer Wärmepumpe, für deren Betrieb Windstrom benötigt wird. 

Wärme für die Stadt Baruth und alle Ortsteile

Das 2025 überarbeitete Wärmekonzept deckt nun alle Ortsteile von Baruth/Mark ab. Je nach Lage können Biogas, Wärmepumpen oder ein Wärmenetz zum Einsatz kommen. Haben Sie Interesse an einer lokalen Wärmeversorgung? Dann lassen Sie sich als Interessent vormerken!

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Fragebogen-Aktion für Interessenten

Sie haben Interesse an einer lokalen Wärmeversorgung? Sie wohnen in der Stadt Baruth oder einem Ortsteil von Baruth/Mark? Dann füllen Sie unseren Fragebogen aus und lassen sich als Interessent listen. Der Fragebogen dient lediglich der Erhebung von Interessenten für eine regionale Wärmeversorgung. Auch das Interesse an einer regionalen Stromversorgung wird erfragt.

Eine Interessensbekundung ist rechtlich nicht bindend. Interessenten erhalten zu gegebener Zeit ein konkretes Angebot. 

Fragen und Antworten zum Wärmekonzept

Wie sieht das neue Wärmekonzept für die Stadt Baruth/Mark und die Ortsteile aus?

Das neue Wärmekonzept bietet Lösungen für alle Ortsteile von Baruth/Mark. Ursprünglich war nur ein Wärmenetz für die Stadt Baruth und den Ortsteil Mückendorf geplant. Jetzt gibt es für alle Ortsteile passende Wärmeversorgungen: entweder ein Anschluss an ein Kern-Wärmenetz oder individuelle Lösungen mit Biogas, erneuerbarem Gas oder Wärmepumpen.
Die Finanzierung erfolgt teilweise durch Mittel aus dem Windparkbetrieb, um attraktive Wärmepreise zu ermöglichen. Dank dieses „Windbonus“ profitieren alle Einwohner vom Windpark.

Im Stadtkern von Baruth ist ein Wärmenetz vorgesehen. Wegen der dichten Bebauung mit vielen Wohneinheiten ist es dort wirtschaftlich sinnvoll. Voraussetzung ist eine hohe Anschlussquote. Rund 130 Hausanschlüsse wurden identifiziert. Das Netz könnte vom Ernst-Thälmann-Platz über die Luckenwalder Straße, Hauptstraße, Rudolf-Breitscheid-Straße, den Wiesenweg und den Waldweg bis ins geplante Wohngebiet Borgsheidchen II reichen. Hausbesitzer entlang der Trasse können ihre Gebäude anschließen lassen.
Die Wärme für das Netz wird mit einer Wärmepumpe erzeugt. Das Heizhaus soll ortsnah im Baruther Waldweg entstehen. Abwärme aus der Faserplattenproduktion wird nicht genutzt, da die Entfernung zu groß ist und Netzverluste die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigen.

 

Das entscheidet die Kommune. Für Bestandsbauten wird kein Anschlusszwang empfohlen, und die Stadt Baruth hat dies bisher nicht vorgesehen. In Neubaugebieten könnte ein Anschlusszwang sinnvoll sein und im Bebauungsplan festgelegt werden.

Betreiber streben lange Vertragslaufzeiten an, da die Investition in ein Wärmenetz teuer ist und sich erst nach 20 Jahren oder mehr amortisiert. Üblich sind Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren. Auch bei anderen Heizsystemen wie Holz oder Wärmepumpen trifft man langfristige Entscheidungen, oft für 15 Jahre oder länger. Ein langfristiger Vertrag bietet Sicherheit: Kunden müssen sich nicht um ihre Wärmeversorgung kümmern. Zudem senken längere Laufzeiten die Preise, da die Investitionskosten über einen längeren Zeitraum verteilt werden.

Das Ziel ist ein Basispreis von 0,14 bis 0,18 Euro pro Kilowattstunde – vergleichbar mit anderen erneuerbaren Heizsystemen. Fossile Brennstoffe wie Öl und Gas dürften durch die CO₂-Bepreisung in den nächsten Jahren deutlich teurer werden. 

Langfristige Wärmelieferverträge enthalten Preisanpassungsklauseln, die jährliche Anpassungen an Kosten- und Marktentwicklungen ermöglichen. Statistische Indizes sorgen dafür, dass die Preise marktgerecht bleiben. Willkürliche Preiserhöhungen sind ausgeschlossen. Der endgültige Preis hängt auch davon ab, wie viele Haushalte sich anschließen. Interessenten erhalten ein Angebot mit Basispreis und Preisindizes. Der Windbonus, ein Preisnachlass als Ausgleich für den Windparkbau, wird im Wärmepreis enthalten sein.

Die ursprüngliche Idee, Abwärme aus der Faserplattenproduktion für ein Wärmenetz in Baruth und Mückendorf zu nutzen, scheiterte an den Kosten. Gestiegene Baupreise ließen das Investitionsvolumen um rund 10 Millionen Euro über die ursprünglichen Annahmen steigen. Das entspricht einer Preissteigerung von rund 30 Prozent. Ein attraktiver Wärmepreis wäre so nicht möglich.

Hausbesitzer mit Gasheizungen können diese weiter nutzen. Die Gaslieferung wird auf mindestens 65 % erneuerbare Anteile umgestellt, um die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes zu erfüllen. Die Gasbeschaffung erfolgt gebündelt, was Preisvorteile bringt. Kunden zahlen künftig nicht mehr für den Gaseinkauf, sondern für die verbrauchte Wärmemenge. Ein Wärmemengenzähler wird installiert, und ein Wärmevertrag regelt die Konditionen. Auch hier wird der Windbonus vom Wärmepreis abgezogen.
Muss die alte Heizung ersetzt werden, installiert der Kunde entweder selbst eine neue Gasheizung oder der Wärmeversorger übernimmt das, ebenso wie die Finanzierung der neuen Heizung; der Hausbesitzer zahlt dann eine monatliche Miete und die Wärmelieferung.

Wer bereits eine Wärmepumpe besitzt, kann diese weiter betreiben und trotzdem vom Wärmekonzept profitieren. Der Anbieter bündelt die Strombeschaffung, was Preisvorteile schafft. Kunden zahlen für die verbrauchte Wärmemenge, die ein Wärmemengenzähler erfasst. Auch hier wird der Windbonus abgezogen.
Ist die Wärmepumpe am Ende ihrer Lebensdauer, installiert der Kunde eine neue Wärmepumpe. Alternativ kann das auch der Wärmeanbieter übernehmen, einschließlich Finanzierung; der Hausbesitzer zahlt dann eine monatliche Miete und die Wärmelieferung.

Typische Laufzeiten liegen bei 10 bis 15 Jahren. Längere Verträge senken die Preise, da die Investitionskosten über einen längeren Zeitraum abgeschrieben werden. Eine neue Heizung ist ohnehin eine langfristige Entscheidung, meist für mindestens 15 Jahre. Ein langfristiger Vertrag bietet Sicherheit und entlastet die Kunden.

Unser Ziel ist, die verschiedenen Wärmelösungen ab 2027 anzubieten. Der Zeitplan hängt auch vom weiteren Fortschritt der Windparkplanung ab.

Sollte Ihre Heizung ausfallen, sprechen Sie mit Ihrem Heizungsfachbetrieb über eine Übergangslösung.

Der Wärmeliefervertrag kann beim Hausverkauf übernommen werden. Der neue Eigentümer profitiert von einer modernen und zukunftssicheren Wärmeversorgung.

Beim Bau des Wärmenetzes planen wir zusätzliche Kapazitäten ein, damit auch Unentschlossene sich später anschließen können. Allerdings ist der nachträgliche Anschluss aus baulichen Gründen oft begrenzt. Wer sich später entscheidet, zahlt eine zusätzliche Anschlussgebühr. Die Gas- oder Wärmepumpenlösungen lassen sich auch zu einem späteren Zeitpunkt noch nutzen.

Die Stadt Baruth möchte dafür ein kommunales Stadtwerk initiieren. Classen und naturwind begrüßen dieses Engagement sehr. Wärmeversorgung ist nicht das Kerngeschäft der beiden Projektinitiatoren.

Warum unsere Wärme grün ist?

Warum unsere Wärme grün ist? Wir nutzen etwas, was schon da ist: unvermeidbare Abwärme. Diese Wärme entsteht als Nebenprodukt in Industrie oder Gewerbe und würde sonst ungenutzt in die Luft oder ins Wasser entweichen. Unvermeidbare Abwärme leistet daher einen Beitrag zur treibhausgasneutralen Wärmeversorgung.

Unser Ziel ist, das Wärmenetz zur Heizsaison 2026/27 in Betrieb zu nehmen. Das hängt auch vom weiteren Fortschritt der Windparkplanung ab.  

Uns ist bewusst, dass der Zeitraum bis zur Fertigstellung der Nahwärmeversorgung individuelle Unwägbarkeiten bezüglich einer älteren Heizung im Haus beinhaltet. Bei einem Ausfall Ihrer aktuellen Heizungsanlage sollten Sie mit Ihrem Heizungsfachbetrieb sprechen, um eine Übergangslösung bis zur Fertigstellung des Wärmenetzes zu finden.

Betreiber sind an möglichst langen Vertragslaufzeiten interessiert. Die Investition in ein Wärmenetz ist teuer und amortisiert sich erst nach 20 und mehr Jahren. Vertragslaufzeiten von 10 bis 30 Jahren sind in der Nah- und Fernwärmeversorgung auch üblich. Letztlich ist eine neue Heizung ja auch immer eine langfristige Investition, mind. für 15 Jahre, oft sogar noch länger. Wenn Sie sich heute also für ein System entscheiden – Holz, Wärmepumpe etc. – tun Sie das auch für einen längeren Zeitraum. Als Wärmekunde mit einem langfristigen Vertrag haben Sie die Sicherheit, dass sie sich in den nächsten Jahren nicht um Ihre Wärmeversorgung kümmern müssen.

Unser Ziel ist es, einen Basis-Wärmpreis von 0,15 bis 0,20 EUR je Kilowattstunde anzubieten und somit nicht teurer zu sein als andere erneuerbare Heizsysteme. Wir gehen davon aus, dass die Kosten für fossile Brennstoffe (Öl und Gas) in den nächsten Jahren massiv steigen, u.a. aufgrund der CO2-Bepreisung. Wir wissen heute natürlich nicht, was in 5, 10 oder auch 15 Jahren ist. Um Sie vor bösen Überraschungen zu schützen, gibt es bei langfristigen Wärmelieferverträgen so genannte Preisanpassungsklauseln. Im Strom- und Gasmarkt ist so etwas nicht notwendig, weil diese meistens jährlich gekündigt werden können. Bei der Wärme werden die Preise i.d.R. jährlich an die Kosten- und Marktentwicklung angepasst. Dazu werden statistische Indizes genutzt, sodass Wärmekunden immer einen marktgerechten Preis erhalten. Der Betreiber kann die Preise also nicht willkürlich anpassen. Was die Wärme genau kosten wird, können wir heute noch nicht sagen. Das hängt auch davon ab, wie viele Haushalte in Baruth und Mückendorf sich anschließen lassen. Alle Interessenten erhalten zu gegebener Zeit ein Angebot für einen Wärmevertrag, in dem ein Basis-Wärmepreis und die dann geltenden Preisindizes genannt sind.

Darüber kann nur die Kommune entscheiden. Bei Bestandsbauten empfehlen wir das nicht. Die Stadt Baruth hat das bislang auch nicht vorgesehen. Sinn könnte das für Neubaugebiete machen. Dort könnte gleich in einem B-Plan festgelegt werden, dass die neu zu errichtenden Häuser an das Wärmenetz angeschlossen werden müssen.

Die Übernahme des Wärmeliefervertrages kann mit dem Vertrag zum Verkauf eines Hauses geregelt werden. Zumal der neue Eigentümer eine moderne und zukunftssichere Wärmeversorgung erhält.

Es werden zusätzliche Anschlusskapazitäten beim Verlegen des Wärmenetzes vorgesehen, sodass sich Unentschlossene auch im Nachhinein noch anschließen lassen können. Aus baulichen Gründen ist die nachträgliche Anschlussquote aber meist begrenzt. Wer sich nachträglich anschließt, muss mit einer zusätzlichen Anschlussgebühr rechnen. Die Kosten für den späteren Anschluss werden deutlich höher sein und nicht durch den Betreiber übernommen.

Dass Energieanbieter in Insolvenz gehen, ist in der Vergangenheit, bspw. auch im Strom- und Gassektor, schon passiert. Das heißt aber nicht, dass Kunden plötzlich ohne Strom, Gas oder in unserem Fall ohne Wärme dastehen. Die Energielieferung wird mit einer Insolvenz nicht automatisch beendet. Es gibt einen Insolvenzverwalter, der sich um die weitere Belieferung kümmert. Der Insolvenzverwalter wird versuchen, die Betreibergesellschaft zu verkaufen. Da ein Wärmenetz eine langfristige und auch teure Investition ist, das Jahrzehnte betrieben werden kann, wird es dafür auch Interessenten geben. Das heißt, es könnte ein neuer Betreiber das Wärmenetz übernehmen. Sollte es keine Wärme mehr aus dem Faserplattenwerk geben, kann eine andere Heizung errichtet werden, die das Wärmenetz speist. Der Aufwand ist, verglichen mit dem Verlegen eines Wärmenetzes, gering. Für kurzfristige Ausfälle in der Wärmelieferung wird es ohnehin eine Ersatzwärmequelle geben (Redundanz).

Es wird eigens eine Betreibergesellschaft für die Wärmeversorgung gegründet. Die Stadt Baruth und der Energieversorger EMB haben Interesse an einer Beteiligung an dieser Gesellschaft bekundet. Classen und naturwind begrüßen dieses regionale Engagement sehr. Wärmeversorgung ist nicht das Kerngeschäft der beiden Projektinitiatoren.

Wasserstoff-Produktion im Industriegebiet

Die Zukunft Grüne Gase Brandenburg plant zusammen mit der Classen-Gruppe in Baruth den Bau einer Energiewandlungsanlage im Industriegebiet „Bernhardsmüh“ in Baruth. Ziel ist, regional erzeugten Wind- und Sonnenstrom vollständig vor Ort zu nutzen und einen Teil des Stroms in synthetische Kraftstoffe und/oder chemische Grundstoffe umzuwandeln. In einem Zwischenschritt entsteht Wasserstoff.

Fragen und Antworten zur Wasserstoffproduktion

Wozu wird der Wasserstoff verwendet?

Es gibt für Wasserstoff verschiedene Anwendungsmöglichkeiten: Zum einen die Direkteinspeisung in ein vorhandenes Erdgas- oder Wasserstoffnetz, zum anderen kann Wasserstoff zur Herstellung von synthetischen Gasen wie Methan, auch LNG, oder chemischen Grundstoffen wie Methanol genutzt werden. Für Baruth werden die Anwendungsmöglichkeiten noch geprüft. Angedacht ist mittelfristig die Herstellung von Methanol als Vorprodukt für die Leimproduktion der Classen-Gruppe. Verschiedene Vorprodukte in der Faserplattenproduktion werden aktuell noch aus fossilen Rohstoffen erzeugt. Ziel der Classen-Gruppe ist es, unabhängiger von fossilen Rohstoffen zu werden. 

Bei der Elektrolyse von Wasser entsteht neben Wasserstoff auch Sauerstoff. Wir prüfen, ob es auch für den Sauerstoff eine lokale Nutzung geben kann, beispielsweise in der Abwasserreinigung.

Ja, auch diese Abwärme kann für die örtliche Wärmeversorgung genutzt werden, muss aber zuvor auch, so wie die Abwärme aus der Faserplattenproduktion, mit einer Wärmepumpe auf das erforderliche Temperaturniveau gebracht werden.